Direkt zum Inhalt

Zu einem Theaterfestival zu fahren ist immer ein besonderes Erlebnis. Man führt das eigene Theaterstück vor einem fremden aber interessierten Publikum auf und hat Gelegenheit mit den anderen Festivalbesuchern zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen. Man erhält Einblick in die Arbeit andere Gruppen, erhält neue Anregungen oder einen anderen Blick auf die eigene Arbeit.
Auch wenn man nicht mit einer Gruppe eingeladen ist, kann man oft als Beobachter an einer begleitenden Spielleiterfortbildung teilnehmen.

SDL 2019 Raum.Bühne in Halle

Bewerbungsschluss ist der 30.April 2019

Ein grundlegendes Element des Theaters neben dem Körper, der Stimme und der Zeit ist der Raum. Fand das Theaterspiel bis ins ausgehende 19. Jahrhundert vor allem in einem illusionistisch-illustrierenden Raum statt, so bekennt sich im professionellen Theater der Bühnenraum von heute zu seinem Kunstcharakter. Im 20. Jahrhundert und besonders in der Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat sich die Bühne von der Darstellung jeglicher Illusion durch dekorative Kulissen befreit.

Auch im Schultheater findet sich diese Abwendung von der Illusionsbühne wieder. Noch in den sechziger und siebziger Jahren prägten aufwändig bemalte Kulissen die Schultheaterbühne. Heute wird meist im leeren Raum gespielt, der höchstens mit ein paar zum Spiel notwendigen Versatzstücken ausgestattet ist. Das ist jedoch oft keine bewusst getroffene ästhetische Entscheidung, sondern eher der Not geschuldet: Anders als im professionellen Theater muss das Schultheater mit geringen Mitteln auskommen. Und vielleicht noch wichtiger: Die strukturellen Veränderungen von der Theater-AG zum in den Unterricht eingebetteten Theaterkurs haben dazu geführt, dass kaum Zeit bleibt, sich mit der Gestaltung des Bühnen- und Spielraums ausführlich zu befassen.

Das Schultheater der Länder 2019 will unter dem Thema „Raum.Bühne“ den gestalteten Spielraum trotz beschränkter Zeit- und Mittelressourcen wieder stärker in den Fokus rücken und zeigen, dass eine Beschäftigung mit dem Raum unumgänglich ist, weil er die Inszenierung und das Spiel entscheidend positioniert. Dabei bedarf es nicht zwingend eines allzu großen Aufwands.

Interessierte Gruppen können sich noch bis zum 30.April bewerben.

Nähere Infos zur Ausschreibung finden sich jetzt schon unter www.bvts.org.

Bewerbungen für NRW sind zu senden an Thomas Erdmann

(Buchenweg 15c, 51709 Marienheide, terdmann@posteo.de), der im Namen des LV ThiS NRW auch für Fragen zur Verfügung steht.

2019/08/24

gee whiz! - vertritt NRW beim SDL

Die Jugendtheatergruppe der Gesamtschule Eiserfeld wurde dieses Jahr von der Jury ausgewählt und vertritt das Land NRW beim Schultheater der Länder 2018 in Kiel zum Thema Theater und Politik. Wir gratulieren sehr herzlich!

 

UNERHÖRT
Ein Stück von gee whiz! 

„ELTERN TREFFEN GUTE ENTSCHEIDUNGEN: MAMA WEIß ES BESSER, PAPA HAT SCHON VIEL ERLEBT. UND WO BLEIBEN MEINE ENTSCHEIDUNGEN?“

In einem Kinderzimmer leben Spielzeugpuppen, die als echte Erziehungs-Experten das Erwachsenwerden ihres Kindes begleiten und kommentieren.
„Das Kind schreit – und wird zur Ruhe gebracht. Es tobt zu wild – und kommt in die Stille Ecke. Es glaubt, es könne (mit sieben!) alles – und lernt erstmal, dass das offenbar nicht so ist. Es hat Wünsche, Träume, Ideen – und Mama („weiß es besser“) und Papa („hat schon viel erlebt“) kontern mit ihrem „Nein!“. Und in der Schule drillt das System es zum Ja-Sager, denn „man kann ja eh nichts machen“. Das Kind wird nicht gehört, nicht erhört, bleibt unerhört. Desillusionierend? Bis hierhin schon. Doch gut, dass seine Stimme nicht verstummt. Dass aus dem Unerhört-Gefühl ein „Unerhört!“ wird, ein Plädoyer dafür, für das eigene Sein, Denken und Sagen aufzustehen, Gesicht zu zeigen, einzugreifen, weltverändernd. […] Die Spielzeugmenschlein karikieren, wie sich die allseits postulierte Forderung nach Mitbestimmung, Selbstverantwortung, Teilhabe bricht in einer Wirklichkeit, in dem die Bestimmer das Sagen haben.“ (Siegener Zeitung)

In ihrem Stück geht gee whiz! der Frage nach, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Heranwachsende grundsätzlich Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung entwickeln. Mitbestimmung, politische Teilhabe, Demokratie – Von klein auf benötigen wir unsere Stimme, müssen Standpunkte äußern oder sie sogar bei einer Wahl einsetzen. Demokratie jedoch muss gelernt und gelebt werden.

unerhört - gee whiz!

 

Zur Gruppe:

Die jahrgangsübergreifende Jugendtheatergruppe gee whiz! wurde im Frühjahr 2012 auf Initiative von drei Schülerinnen der Gesamtschule Eiserfeld ins Leben gerufen. Die Probearbeiten, in denen das Bewegungs- und Körpertraining einen großen Stellenwert besitzt, gestalten sich als lebendiger Austausch über Inhalte und szenische Umsetzung. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf chorischen Elementen. In den Inszenierungen gab und gibt es keine „Hauptrollen“. gee whiz! versteht sich als Gruppe und entsprechend ist deren Arbeitsweise das Gruppentheater unter Nutzung entsprechender Leitungsformen.
Für ihre bisherigen Inszenierungen erhielt die Gruppe Schultheaterpreise und mehrere Einladungen zu Theaterfestivals.

2019/08/24
abonnieren